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Damen finden zu alten Tugenden zurück

erstellt von Monika Duhme | |   Handball

Damenhandball, Landesliga

Lüner SV – HSG Rietberg-Mastholte 19:19 (10:11)

 

Die Vorentscheidung wurde vertagt! Mit einem leistungsgerechten Unentschieden trennten sich die beiden Spitzenteams in der Damen-Landesliga und bleiben damit punktgleich. Die Spannung hält also auch noch die letzten beiden Spiele an. Als lachender Dritter könnte sogar der VfL Sassenberg am Ende noch als Gewinner hervorgehen, da dieser lediglich einen Punkt weniger hat. Aber: „Wir sind die einzige Mannschaft, die es selbst in der Hand hat,“ stellte HSG-Trainer Lutz Strauch nach der Partie klar.

Seine Damen hatten zu alten Tugenden zurück gefunden. Von Beginn an präsentierten sie sich bissig und emotional. So zeigte jede Spielerin einen absoluten Siegeswillen. Auch von der Bank aus wurde immer wieder angespornt.

Zwar gingen die Gastgeberinnen zunächst in Führung, doch ließ sich die HSG davon nicht beirren und zeigte wahre Kampfqualitäten. Obwohl die HSG-Angreiferinnen oftmals mit einem Griff von hinten in den Wurfarm gestoppt wurden, wo eine Progression leider nicht stattfand, kämpften sie tapfer weiter. Nach dem 7:7 übernahmen dann die Gäste zurecht eine knappe Führung, welche sie mit in die Kabine nahmen.

Wie befürchtet, ging es dann in der zweiten Halbzeit ruppiger zu. Auf beiden Seiten wurde aggressiv gedeckt. Zwar behielten die Gäste zunächst die knappe Führung, mussten aber immer wieder einen Ausgleich hinnehmen. In der 49. Minute dann eine unschöne Situation. Nina Strohmeier wurde für viele unverständlich für zwei Minuten vom Platz gestellt. Als die Schiedsrichter auf vier Minuten erhöhten hatte keiner Verständnis, da Strohmeier kein Wort gesagt hatte. Co-Trainer Bernd Strotkötter hakte nach und erhielt als Erklärung, Strohmeier habe eine aggressive Körperhaltung gezeigt. Da sie schon vorbelastet war, war es die dritte Zeitstrafe und somit die Rote Karte. Diese Szene nutzte Lünen eiskalt, um die Führung zum 17:16 zu übernehmen. Die Spannung kochte hoch. Die HSG glich wieder aus und geriet erneut in Rückstand. Kathrin Grusdas erzielte 58 Sekunden vor Schluss den Ausgleich. Die HSG schaffte es dann, den letzten Lüner Angriff erfolgreich abzuwehren und somit einen Punkt zu behalten.

Die Spielerinnen bedankten sich bei einigen hartgesottenen Fans, welche die lange Reise angetreten hatten. Ein Bus war nicht gefahren, da sich zu wenig Interessenten gemeldet hatten. Umso mehr freuten sich die Damen über die Unterstützung einiger weniger.

HSG: Hermann, Südhaus – Böckmann (3), Grusdas (5), Hollenhorst, Neubauer (1), Oesterwiemann (2), Ortmann (1), Picker (4), Ressel (2), Schwienheer, Strohmeier (1), Strotkötter, Sudahl.