Verschiedene Ballsportarten sowie Gymnastik gab es bereits Ende der 70er Jahre beim SV Rot-Weiß Mastholte, doch etwas fehlte noch. Dies jedenfalls war die Ansicht der Familien Laukötter und Kemper, die sich 1979 Gedanken über eine Leichtathletikabteilung machten. Zu diesem Zeitpunkt waren nämlich 20 Mastholter Leichtathleten bei Viktoria Rietberg aktiv, darunter die eigenen Kinder. Am 26. Januar 1980 konnte der Entschluss zur Gründung einer neuen Abteilung in die Tat umgesetzt werden. Als Abteilungsleiter wurde Josef Laukötter von 32 Anwesenden auf der Gründungsversammlung gewählt. Damit erhielt der Verein sein sechstes Standbein. Die erste Amtshandlung von Josef Laukötter war ein Antrag auf Eingliederung in die LAV Gütersloh (heutige LAG Gütersloh). Die Genehmigung vom Fußball- und Leichtathletikverband wurde am 1. März 1980 erteilt. Mit 16 Aktiven startete die Abteilung in ihre erste Saison. Bereits zum Ende des Jahres waren 97 Aktive sportlich tätig.

 

Nachdem sich die erste Begeisterung gelegt hatte, waren es im zweiten Jahr zwar nur noch 43 Athleten, die sich die Turnschuhe überstreiften, doch überschritt die Abteilung im dritten Jahr die magische 100er Grenze. Josef Laukötter hatte das Amt des Abteilungsleiter bis zum Jahr 1985 inne, wobei ihn im letzten Jahr seine Stellvertreterin Marlies Kemper aus gesundheitlichen Gründen vertrat. Darum stellte er sich 1985 auch nicht erneut zur Wahl. Sein Nachfolger wurde Herbert Bartels. Er hielt die Fäden bis 1988 in den Händen und übergab die Führung dann an Alfred Kontermann. Dieser leitete die Abteilung bis 1990, ehe Ewald Kemper zum Zuge kam. Wie bereits Laukötter, leitete Kemper die Geschicke für fünf Jahre und übergab sie im Januar 1995 an Reinhard Sure. Bis zur heutigen Zeit wuchs diese kleine, aber sehr erfolgreiche Abteilung im Schüler- und Jugendberich über sich hinaus. Bei den Kreismeisterschaften wurden ca. 60 Einzeltitel errungen. Einige Athleten gewannen in ihrer Altersklasse in fast allen Disziplinen, so dass sie Ende eines Jahres mit acht Titeln geführt wurden.

 

Zwangsläufig resultierten hieraus auch gute Ergebnisse bei Ost-westfalen- und Westfalenmeisterschaften. Bei OWL-Meisterschaften wurden in regelmäßigen Abständen Titel errungen und bei den Westfalen-meisterschaften reichte es zu einigen einstelligen Platzierungen. Die Qualifikation zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften mit der LAG-Mannschaft im Mehrkampf schafften 1988 Anne Praest als 14-Jährige und 1989 Anja Schröder als 16-Jährige. Die Abteilung legt großen Wert auf die Nachwuchsarbeit in den Schülerklassen. Die größten Erfolge waren hier in den Jahren 1990/91 zu verzeichnen. 1990 gelang es einer reinen Mastholter Schülerinnen-Mannschaft, sich für die Westfalenmeisterschaften zu qualifizieren. Beim Endkampf in Hagen erzielte diese Mannschaft einen hervorragenden fünften Platz. 1991 konnte diese Leistung zusammen mit den anderen Vereinen der LAG noch gesteigert werden. Die Mannschaft wurde Westfalenmeister und belegte in Gesamtdeutschland (Ost und West) Platz sieben. Folgende Mädchen gehörten zu dem erfolgreichen Team: Claudia Poll, Daniela Wilhelmstroop, Jessica Tingelhof, Daniela Westermann und Birgit Westernströer. Diese Mädchen zählten lange zu den Leistungsträgern der Abtei-lung. Hinzu kommt noch die "Sportlerin des Jahres 1994" Petra Sure, die im März 1995 eine Einladung zum Ländervergleichskampf zwischen Hessen und Westfalen erhielt.

 

Petra Sure war und ist die erfolgreichste Einzelathletin aus Mastholte. Bei der Westfalenmeisterschaft 1995 in Ahlen erreichte sie mit 14 Jahren die geforderten Punkte trotz ungünstiger Bedin-gungen im Sprint (starker Gegenwind). Die bei dieser schlechten Witterung verlorenen Punkte (ca. 100 Zähler) fehlten nachher für eine Nominierung zur deutschen Meisterschaft, da nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmern zugelassen wurde. Einen großen Anteil an den Erfolgen der Abteilung hatten zwei Übungsleiter, Hans-Josef Stücker und Anne Jacobi.
Durch den Einsatz von Anne Jacobi beim Mutter-und-Kind-Turnen sowie beim Breitensport kamen ständig neue Sportlerinnen und Sportler in die Leichtathletikabteilung. Hier betreute sie die jüngsten Sportler und führte diese auf spielerische Art an die vielen Disziplinen heran, die dann in weiteren Gruppen durch andere Übungsleiter trainiert wurden. Im Jahr 1999 hat Anne Jacobi aus persönlichen Gründen aufgehört.

 

Hans-Josef Stücker aus Westerwiehe kam kurz nach der Grün-dung im Sommer 1980 als Trainer und Betreuer der LA-Abteilung nach Mastholte. Seinem großen Einsatz sind sicherlich die meisten Erfolge der Abteilung zu verdanken. In den erfolgreichsten Jahren gab es kaum ein Wochenende, an dem er nicht mit Mastholter Athleten in seiner Freizeit auf Wettkämpfen zu finden war. Leider musste er diese Tätigkeit Mitte der 90er Jahre aus familiären Gründen (eigene Kinder) aufgeben. Danach konnte bis heute kein gleichwertiger Ersatz gefunden werden.
Die Leichtathletikabteilung veranstaltet seit 1989 in jedem Jahr drei Wettkämpfe in Mastholte: ein Schülerhallensportfest, einen Werfertag und der Höhepunkt: den Volkslauf (Pättkeslauf). Seit dem Sommer des gleichen Jahres verfügt die Abteilung über eine Speerwurfanlage, welche durch das Öffnen eines Tores am Kleinspielfeld benutzt werden kann. Eine Hochsprunganlage im Freien gibt es seit 1997. Je nach Bedarf kann sie in das Kleinspielfeld gezogen und nach Gebrauch wieder zurück in einen wetterfesten Metallkasten geschoben werden.