Auf 25 Jahre konnte die Hand-ballabteilung des SV Rot-Weiß Mastholte im Jahr 1998 zurückblicken, was natürlich ausgiebig gefeiert wurde. Am 21. Februar 1973 war sie gegründet worden. Aber bereits einige Zeit vorher hatte sich einiges abgespielt. Anfang der 70er Jahre war in Mastholte Süd eine Turnhalle errichtet worden. Diese machte es möglich, dass neben dem Fußball auch andere Sportarten stattfinden konnten. Seinerzeit sollte eigentlich von Josef Tölle eine Damen-Fußballmannschaft aufgebaut werden. Zufällig hörte Werner Großevollmer bei einem Thekengespräch davon und als Tölle verhindert war, übernahm Großevollmer für ihn das Training. Auf diese Weise lernte er die Turnhalle kennen und hatte eine Idee: Er bemühte sich um einen freien Termin in der Halle, versammelte Freunde, Nachbarn und Bekannte um sich, denen er den Handballsport näher brachte. Werner Großevollmer hatte das Handballspiel bei der Bundeswehr kennen gelernt und vermittelte es den Interessierten.

 

Bei den Mädchen wurde die Sportart immer beliebter: Als sich Josef Tölle gar nicht mehr blicken ließ, wurde nur noch Handball gespielt. Es sprach sich schnell in Mastholte herum. Außerdem brachte jeder Sportler wiederum Freunde mit, die sich für Handball interessierten. So gab es sowohl bei den Herren als auch bei den Mädchen immer mehr neue Gesichter. Das erste Spiel bestritten dann die Mädchen am 10. Dezember 1971 gegen Westfalia Neuenkirchen. Zwei Monate später versuchten sich die Herren ebenfalls in Neuenkirchen. Im Laufe des Jahres 1972 wurden noch mehrere Freundschaftsspiele ausgetragen. Inzwischen war Ewald Kemper nach Mastholte gezogen. Er hatte in Dolberg aktiv Handball gespielt und hatte durch seine Erfahrung großen Anteil an der Entwicklung des Mastholter Handballs. Am 5. Januar 1973 wurde es dann langsam ernst. Werner Großevollmer, Ewald Kemper und Gottfried Walter trafen sich mit dem Kreisvorsitzenden Bruno Scheiper aus Gütersloh zu einem Informationsgespräch, um sich über die Anmeldung beim Westdeutschen Handballverband zu erkundigen. Am 21. Februar 1973 fiel dann der Startschuss. Mit einer Gründungsversammlung in der Gaststätte Vogt wurde die Abteilung aus der Taufe gehoben, bei der folgende Ämter vergeben wurden: Abteilungsleiter Werner Großevollmer, Obmann Bernhard Meierfrankenfeld, Schriftführer und Kassierer Gottfried Walter, Jugendwart Ludwig Kröger sowie Trainer Ewald Kemper. Bei der Generalversammlung des SV Rot-Weiß Mastholte, der bis dato lediglich aus Fußballern bestand, wurde am 12. August 1973 die Handballabteilung offiziell angegliedert.

 

Zur Saison 1973/74 meldete die Handballabteilung eine Herrenmannschaft. Das Team bestritt seine Heimspiele und das Training in Rietberg, während die Mädchen weiterhin in der kleinen Turnhalle in Mastholte Süd trainierten. Ein Jahr später gingen die Mädchen als weibliche A-Jugend ins Rennen. Nach einem weiteren Jahr stand auf der ersten Abteilungsversammlung, die am 12. Mai 1974 stattfand, bereits einen Führungswechsel an, da Werner Großevollmer aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte. Das Amt übernahm nun Ewald Kemper.

1976 gab es den ersten sportlichen Höhepunkt: Die Herrenmannschaft stieg in die 1. Kreisklasse auf. Für die folgende Saison wurde dann auch die erste Damenmannschaft gemeldet. Außerdem legten Anneliese Dirkwinkel und Hans-Peter Scharpenberg als erste Mastholter die Schiedsrichterprüfung ab. Ende der 70er Jahre kam der große Aufschwung für die Handballer. Nicht nur weil sich sportlicher Erfolg einstellte, sondern vielmehr durch die neue Sporthalle im Mastholter Ortskern. Die Mitgliederzahl erreichte die 100er Grenze, die Anzahl der Mannschaften verdoppelte sich. Für die Saison 1977/78 konnten die Rot-Weißen drei Senioren und drei Jugendmannschaften für den Spielbetrieb anmelden. In dieser Zeit hatte sich Ewald Kemper aufgrund einer Knieverletzung vom aktiven Sport zurückgezogen und stellte deshalb 1978 nicht mehr zur Wahl. Die Abteilungsleitung ging an Gottfried Walter, der bereits von Anfang an dabei war. Mittlerweile herrschte eine gewisse Kontinuität in der Abteilung. Neben sportlichen Höhepunkten, die mit Aufstiegen gekrönt wurden, gab es auch Niederlagen und Abstiege. Die Abteilung wuchs weiter und Anfang der 80er Jahre zählten die Handballer sage und schreibe elf Mannschaften. Die weibliche B-Jugend von 1980 hatte anläßlich eines Ernte-Dank-Zuges ein Motto aufgestellt: "Die Handballer sind stark im Kommen, die Mastholter haben es vernommen. Das Wichtigste ist der Zusammenhalt, auch wenn es in unserem Tor mal knallt." Dies macht deutlich, worauf die Handballer ihr Augenmerk besonders richteten: den Zusammenhalt.

 

Einen erneuten Höhepunkt erzielte die erste Damenmannschaft 1984 mit ihrem Aufstieg in die Bezirksliga. Dieser Liga konnten sie zehn Jahre die Treue halten. 1988 folgte die erste Herrenmannschaft dem Beispiel und stieg als Tabellenzweiter in die Kreisliga auf. Bis 1992 hatte Gottfried Walter die beiden Ämter des Abteilungsleiters und auch des Geschäftsführers der Handballabteilung inne. Da die Arbeit jedoch immer umfangreicher wurde, beschloss man die Ämter zu teilen. Reiner Konikowski übernahm den Vorsitz und Gottfried Walter kümmerte sich weiterhin (auch heute noch) um die Geschäftsführung. Unter der Leitung von Heinz-Josef Wöstemeier und Peter Putziak schafften beide Mannschaften in der Aufstiegsrunde gleich den Sprung in die Bezirksliga. Nach drei Jahren wurde diese Spielgemeinschaft wieder aufgelöst.

 

Als ein rabenschwarzes Jahr erwies sich das Jahr 1995 für die Handballer. Mit der ersten und dritten Herren- sowie beiden Damenmannschaften stiegen gleich vier Teams ab. Doch bereits in der darauf folgenden Saison konnten die erste Damen- und die erste Herrenmannschaft über einen direkten Wiederaufstieg jubeln. Im gleichen Jahr gab es einen erneuten Führungswechsel. Da Reiner Konikowski aus beruflichen Gründen nicht mehr für den Abteilungsleiterposten kandidierte, übernahm Ludwig Kröger das Amt, welches er auch heute noch innehat. Kröger gehört zu den Gründungsmitgliedern und hatte sich in den ersten zwei Jahrzehnten voll und ganz der Jugendarbeit gewidmet. Ihr gilt auch als Abteilungsleiter sein besonderes Augenmerk.