Anlässlich des 50-jährigen Bestehens erstellte der Verein SV Rot-Weiß Mastholte im Jahre 2000 eine Chronik. Hier findet man einige Auszüge aus den Abteilungen:

 

RWM formierte sich aus Schulmannschaften

Bereits Mitte der zwanziger Jahre hatte es in Mastholte den Sportverein DJK Rot-Weiß Mastholte gegeben. Dieser wurde jedoch 1933 verboten. Der damalige Sportplatz an der Langenberger Straße (heute Niediek) wurde verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es dann in Mastholte lediglich Schulmannschaften. Als die Jugendlichen aus der Schule kamen, stellte sich die Frage: "Was nun?". Mit Aloys und Hännes Rottjakob sowie Franz Sonntag und Aloys Kleinewietfeld waren vier gute Fußballer als junge Männer zu Borussia Lippstadt gewechselt, um dort auf Punkte- und Torejagd zu gehen. Die anderen Spieler wechselten teilweise zum Tischtennis. Ende der vierziger Jahre, Westenholz hatte bereits einen Sportverein, kam die Frage auf, warum machen wir das in Mastholte eigentlich nicht. Doch es gab ein großes Problem. Der damalige Sportplatz existierte nicht mehr. Heinrich Twillemeier war es dann, der das Ruder in die Hand nahm. Er sprach den damaligen Volksschullehrer Hollenbach an und gemeinsam wurden zahlreiche Mastholter befragt, ob sie nicht einen Platz zur Verfügung stellen konnten.

 

Bei Niggemeiers an der Rietberger Straße wurde die Initiatoren fündig, doch auch das gestaltete sich nicht so einfach. Es mussten zahlreiche Pappeln gefällt werden. Außerdem gab es einen Teich, der aufgefüllt und einen Schlackenweg, der entfernt werden musste. In mühsamer Handarbeit machten sich die künftigen Sportler ans Werk, und so wurde der erste Sportplatz des neu zu gründenden Vereins bei Niggemeiers in der Wiese errichtet. Jetzt stand der Vereinsgründung nichts mehr im Wege. Vorgespräche waren in Schumachers berühmtem Zimmer Nr. 3 geführt worden. Neben Hauptschullehrer Hollenbach unterstützte auch Bürgermeister Wimmelmeier die Vereinsgründung. Am 10. Januar 1950 war es dann soweit. Die Gründungsversammlung des SV Rot-Weiß Mastholte fand in der Gaststätte Protte-Raters statt. 47 Mitglieder traten dem Verein bei, darunter ehemalige DJK-Spieler. Auch die vier "Borussen" kamen nach Mastholte zurück. Erster Vorsitzender des Vereins wurde Bernhard Hollenbach.


Mit den Fußballern fing das sportliche Vereinsgeschehen in Mastholte an. Die aktive Zeit der Ballkünstler begann auf "Niggemeiers Wiese" und damals wurde noch richtiger Einsatz gezeigt. Da es mit finanziellen Mitteln in der Nachkriegszeit sehr knapp aussah, mussten sich die Sportler etwas einfallen lassen. So wurden beispielsweise Bälle selber zusammengenäht und anschließend entsprechend gehegt und gepflegt, damit sie lange hielten. Zweimal in der Woche wurde trainiert und zu den Spielen in der näheren Umgebung fuhr man mit dem Fahrrad. Das erste Spiel des neuen Vereins fand in Bokel statt. Hierzu setzte förmlich eine Völkerwanderung aus Mastholte in das Nachbardorf ein.

 

Währenddessen wurde auf dem Gelände des Vereinswirtes Kramer (heute Sportanlage Brandstraße) ein neuer Sportplatz errichtet. Außerdem nahm eine Reservemannschaft den Spielbetrieb auf. Bereits im Jahr 1953 gab es den ersten Führungswechsel bei Rot-Weiß. Christoph Horstkemper übernahm den Vereinsvorsitz, behielt diesen jedoch nur für ein Jahr. Ihm folgte Heinrich Twillemeier, der das Amt bis 1958 inne hatte und dann an Johannes Fredebeul abgab. Mittlerweile genügte die Spielfläche nicht mehr den Anforderungen und mit Unterstützung der Gemeinden Moese und Mastholte wurde an gleicher Stelle ein hervorragendes Spielfeld inklusive einer Laufbahn, Weitsprunganlage sowie einem Platz für Kugelstoßen für den Schulsport geschaffen. Außerdem entstand ein Ausweichplatz an der Alten Landstraße. Während der dreijährigen Bauzeit stellte die Familie Herbort (Fleischerei) an der Westenholzer Straße eine Wiese zur Verfügung, auf der die Fußballer weiter auf Tore- und Punktejagd gehen konnten. Die neue Anlage und der Ausweichplatz wurden im Jahre 1966 mit großen Feierlichkeiten eingeweiht.

 

Die Gaststätte Reinhold Kramer blieb weiterhin Vereinslokal. Der Wirt stellte den Sportlern auch vier Umkleide- und einen Duschraum zur Verfügung, die es am Sportplatz noch nicht gab und die er beim Bau einer Kegelbahn eigens für den Sportverein errichtet hatte. An dem neuen Platz gab es nämlich lediglich ein Kassen- und Gerätehaus. Für ein Jahr übernahm 1966 Heinrich Twillemeier erneut das Amt des Vorsitzenden des SV Rot-Weiß Mastholte und gab es 1967 wiederum an Johannes Fredebeul ab. Dieser führte den Verein bis 1970. Sein Nachfolger wurde Bernhard Herbort, der den Posten 1972 an Heinrich Tanger abtrat. Tanger blieb sage und schreibe 21 Jahre im Amt und war maßgeblich am Aufbau des Vereins beteiligt. Der SV Rot-Weiß Mastholte war nämlich zu Größerem bestimmt. Den ersten großen Erfolg erzielte die A-Jugend in der Saison 1972/73. Sie stieg in die Bezirksklasse, die zweithöchste deutsche Jugendspielklasse, auf. Damit waren die Rot-Weißen Farben erstmals über die Kreisebene hinaus vertreten.

 

Die Gaststätte Reinhold Kramer blieb auch Vereinslokal, als sie von Toni und Maria Schlepphorst im Januar 1973 übernommen wurde. Diese führten die Kneipe traditionsgemäß weiter und zeigten ebenfalls freundschaftliche Beziehungen zum Sportverein. Doch Fußball sollte nicht die einzige Sportart in Mastholte bleiben. An der Benteler Straße war eine Turnhalle errichtet worden und deshalb fanden sich in den Jahren 1972 und 1973 einige Sportler zusammen, die gern Handball spielen wollten. Werner Großevollmer nahm Kontakt zum Sportverein auf - somit wurde am 21. Februar 1973 eine Handballabteilung gegründet. Kurze Zeit später folgte eine Tischtennisabteilung. Der damalige Vorsitzende, Heinrich Tanger, und Antonius Driftmeier waren die treibenden Kräfte, die am 18. Februar 1975 eine Gründungsversammlung ermöglichten. Einige der neuen Mitglieder hatten bereits dem früheren Verein DJK angehört. In diesem Jahr erreichten die Fußball-Senioren ihren ersten sportlichen Höhepunkte - den Aufstieg in die Bezirksliga. Mit einem großen Festakt feierten die Rot-Weißen ihr 25-jähriges Jubiläum im Saal Schumacher-Bremhorst. Ungezählte Gratulanten freuten sich mit über die Erfolge des SV Rot-Weiß Mastholte.

 

Die vierte Abteilung ließ nicht lange auf sich warten. Wiederum war es Heinrich Tanger, der sich diesmal gemeinsam mit seinem Stellvertreter Gerhard Röhr sowie dem Kassierer Reinhard Walter Gedanken machte, eine Tennisabteilung ins Leben zu rufen. Sie streckten ihre Fühler aus und hörten sich nach Interessenten um. Als erste Initiatoren stellten sich Ulrich Kiehl und Willi Kohlenberg dieser reizvollen Aufgabe. So stand einer weiteren Abteilungsgründung nichts im Wege; diese wurde am 7. November 1976 vollzogen.Im selben Jahr wurde der Bau einer Zweifachsporthalle vom Rat der Stadt beschlossen, die 1978 übergeben wurde. Dadurch erlebte der Verein einen großen Boom.

 


Da die Fußballer immer noch den Ursprungsverein bildeten, gründeten auch sie am 1. Juli 1978 eine eigenständige Abteilung. Es wurde ein separater Abteilungsvorstand gebildet, der von Johannes Röhr angeführt wurde. Heinrich Tanger behielt als Vorsitzender des Gesamtvereins weiterhin die Zügel in der Hand. Ihm standen sein Stellvertreter Gerhard Röhr sowie Kassierer Reinhard Walter tatkräftig zur Seite. Aber damit noch nicht genug. Im gleichen Jahr wurde eine Gymnastikabteilung gegründet. Hier fungierte Gertrud Großevollmer als Sprecherin zwischen der Gruppe und dem Vorstand. Da es nämlich in dieser Abteilung keine Wettkämpfe gab, wurde kein eigener Vorstand gebildet, sondern die Verwaltungsarbeit blieb im Gesamtvorstand. Drei Jahre später beschlossen die Familien Laukötter und Kemper, eine Leichtathletikabteilung zu gründen. Nach einigen Vorbereitungen wurden diese Überlegungen am 26. Januar 1980 in die Tat umgesetzt.

 

Zwischenzeitlich hatte der Sportverein auch schon einmal eine Volleyballabteilung. Diese Sportart wurde von dem Hauptschullehrer Karl Hachmann 1978 in den Verein mit eingebracht. Es blieb bis 1983 eine kleine Abtei-lung mit zwei Herrenmannschaften für den Spielbetrieb. Nach Karl Hachmann übernahm 1980 Hans-Otto Ahrens die Leitung der Abteilung, die dann leider keinen Nachwuchs hatte und wieder aufgelöst wurde. Gut 21 Jahre war Heinrich Tanger Vorsitzender des SV Rot-Weiß Mastholte, als er aus privaten Gründen 1993 kürzer treten wollte. In dieser Zeit hatte er viel für den Verein getan und auch dafür gesorgt, dass alles reibungslos weiterlief. Mit dem damaligen Geschäftsführer, Walter Löhner, hatte er jemanden in seiner Vorstandsetage, der seine Arbeit nahtlos übernehmen konnte. Die Mitglieder konnten dem nur zustimmen und wählten Löhner einstimmig als neuen Vorsitzenden. Auch im Jubiläumsjahr steht der Bankkaufmann an der Spitze des Vereins. Mittlerweile hatte sich der Verwaltungsaufwand der Gymnastikabteilung durch ständigen Mitgliederzuwachs so sehr vergrößert, dass auch diese Abteilung 1993 eigenständig wurde. Als erste Abteilungsleiterin wurde Marita Twillemeier gewählt. Da das Angebot ebenfalls vielseitiger geworden war, wurde dieser Zweig "Breitensportabteilung" genannt.